von einem der auszog ENGLISCH zu lernen......!

Friday, November 10, 2006

Arbeitslager II - Charlie's Farm










Arbeitslager II, anders kann das hier wirklich nicht beschrieben werden, aber alles der Reihe nach!
Nachdem wir mit dem Schiff Falcon, nun unter westaustralischer Flagge, 65 Seemeilen suedlich von Perth nach Jarradale verschlepp wurden, sollten wir da auf unbestimmte Zeit zu ordetlichen Menschen umerzogen werden.

Wie beschreibt man am besten diesen Ort. Ein Stueckchen Erde, dass auf den ersten Blick nur Ruhe&Frieden ausstrahlt. Eigentlich sehr kitschig, wie in einer Seifenoper, die die ARD Sonntag Abends ausstrahlt - ein kleines Haeuschen, dahinter ein Rosengarten mit anschl. Aepfel-und Nektarienenbaeumen so weit das Auge reicht, weisse Schaefchenwolken am blauen Himmel, ein Schaeferhund der in der Sonne doest und ein paar Leute die ihrer taeglichen Arbeit nachgehen, alles scheint da ganz normal zu sein! Uns wurde schnell erklaert was wir zu machen haben und ohne Aufsicht unseren Schicksal ueberlassen. Da wir zu diesen Zeitpunkt wussten, dass jede Flucht sinnlos waere, fuegten wir uns somit unserem Schicksal. Ja was haben wir gemacht. Der Fachbegriff fuer unsere Arbeit nennt sich “Thinning”- auf gut deutsch ausduennen – jeder Gartenfreund weiss jetzt bestimmt was das ist, fuer alle Anderen hier die Erklaerung:

Zur Bluetezeit werden alle Pflanzen durch die kleinen suessen Bienchen bestaeubt, aus der Bluete waechst’ne Frucht, die dann immer groesser&groesser wird. Da nicht, wie gewuenscht, nur 3-4 Fruechte an einen Ast wachsen, muessen alle anderen ueberfluessigen entfernt werden, damit nur die drei schoensten&groessten sich praechtig weiter entwickeln koennen. Das machten wir nun so Tag ein Tag aus, wirklich’ne langweilige Arbeit, bei bruehtenden 30 Grad von Oben. Einzige Abwechslungen waren, die Ausblicke die wir mit unseren Cherrypicker geniessen konnten, wenn wir den Kopf, mit dem wir staendig in den Baeumen haengend, mal nach oben nehmen konnten oder uns einfach nur mit den Fruechten bewurfen, die ganz schoen weh tun wenn sie das Richtige Koerperteil treffen.

Alles waere wirklich kein Problem gewesen, waere da nicht Kerkermeister Charlie. Jeden Morgen, Mittag & Abend, hatte der immer wieder was Anderes/Neues auszusetzen, und der hat uns das vermittelt in einen Ton, dass du denn Anschreien&Abhauen haettest koennen. Sein Lieblingssatz lautete: Can you quicker, quicker, quicker, you have to work quicker, you cost a lot of money! Ich sag euch den hatten wir gefresssen, und nur der ist dran schuld, dass wir unseren Trost Abends im Alkhohl gesucht haben! Naja sollten halt auch zu besseren Menschen herangezogen werden - sind aber ganz schoen komische Methoden. Zum Gflueck waren wir nicht die einzigen Insassen von AL II, insgesamt 8 Gefange, die zur Besserung herangefuehrt werden sollten, wovon 6 deutscher und 2 englischer Abstammung waren.

Abends im Zeltlager haben wir versucht der ganzen Sache, wenigsten noch was Gutes abzugewinnen und dann mit unseren englishen Mitinsassen, Karten gespielt (Black Jack, die kennen kein anderes Spiel in UK, hab Ihnen dann gleich mal Asshole beigebracht, was wir dann jeden Abend gespielt haben, die fanden das so toll, ach Ihr armen Englaender) und so gut wie moeglich unterhalten. Shara eine der UK People war’ne prima Lehrerin und hat versucht aus unseren Qauderwelch nen Zusammenhang zu finden, ist ein bissl wie Spurenlesen im Sand bei Windstaerke 6, aber sie hat's prima hinbekommen und uns berichtigt&Exemple gegeben - wie man's halt besser ausdruecken koennte, Thank you Shara, you are gorgeous!

Alles das, ist zwar schoen&gut, dass man bei solcher stupiten und schweisstreibenden Arbeit mal ueber sein ganzes vorangegangenes Leben nachdenkt und dann zu dem Entschluss kommt, das man vielleicht doch nicht alles richtig gemacht haben koennte - es kommen auch solche Gedanken, warum man denn nicht einfach nen Fluchtversuch startet und das alles hinter sich laest? Ist doch wohl klar, dass sich dieser Gedanke, mehr&mehr ins Hirn einbrennt und mit jeden Tag staerker wird, und was sag ich nach 21 Tagen war es dann auch soweit. Mit 'ner Bestechung meines Fluchthelfers und treuen Kammeraden Sir Martin the Preuss (FHM Magazin) den ich da nun alleine zuruecklassen musste, einer muss ja den Kerkermeister Charlie ablenken, sollte mein Plan zur Flucht aus AL II in die Tat umgesetzt werden!

Wie ihr seht ist zum Glueck bis jetzt alles glatt gelaufen. Psst, ich muss mich beeilen, ich glaub meine Haescher, Charlie allen voran, sind mir auf den Fersen. Fuer mich gibt es nur eine Moeglichkeit zu entkommen, ab in den trocknen, roten Norden zu fluechten und zu hoffen das mir die EinheimischenSchutz&Unterschluppf gewaehren!

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